Summer in Berlin

24. Juni 2015 at 15:21 (Alltag, Diabetes Typ 1, Fußball) (, , , )

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Ein Wochenende in Berlin. Eine Besonderheit für mich auf die ich mich sehr freue, auch wenn ich zum Arbeiten da hin muss.

Der Auftraggeber der mich nach Berlin führt ist diesmal Abbott. Ein amerikanisches Pharmaunternehmen.

An dem Wochenende ist Berlin voll. Sehr voll. Das liegt nicht zuletzt am Champions League Finale, das in der Hauptstadt stattfindet und die italienischen Turin Fans und die spanischen Barca Fans in Massen hierher gespült hat.

Das Wetter ist bombig. Mein Auftrag ist klar definiert: Kreiere eine ARTWALL zum Thema Diabetes 1, während der DXBerlin, einem Event, das Abbott ausrichtet.

Ich bewege mich also so zwischen innerhalb und ausserhalb einer Gruppe Menschen die zwei Dinge verbindet. Erstens: Sie bloggen. Zweitens: Sie sind, wie ich, Typ 1 Diabetiker, dass heißt in irgendeiner Weise Messen und Spritzen sie, benutzen ihre Pumpen, sind, um es verkürzt auszudrücken, insulinpflichtig. Wobei das Wort irreführend ist: Es muss insulinabhängig heißen. Denn die Rechnung ist einfach: Kein Insulin, kein Leben.

Ich bin also so gesehen mit der Creme de la Creme der europäischen Über – Diabetes – Typ 1 Blogger zusammen.

Und ich muss sagen: Es gefällt mir. Menschen, die schreiben waren mir schon immer sympathisch.

Wir verbringen ein ganzes Wochenende zusammen, und was inhaltlich da passiert wird danach vielfach schriftlich in diversen Bloggs festgehalten.

Mir fallen drei Dinge auf an diesem Wochenende in Berlin.

Erstens: Die Taxifahrer sind so dermaßen nett, dass ich zweimal nach einer Fahrt mich minutenlangen per Umarmung vom Fahrer verabschiede. Einfach, weil es so schön war.

Zweitens: Die Stadt glüht. Das mag am Fußball liegen. Oder an der Hitze, oder an den Menschen. Meine Lieblingsszene findet auf der Oranienburger Straße statt: „Wir“ Blogger werden zum Cocktail Empfang gebeten. Das ist eine nette Einladung und weil das Wetter so wunderbar und die Stadt so heiß ist werden wir Zeugen folgender Begebenheit: Junggesellenabschied. Der bald unter die Haube Kommende ist arg angetrunken. Unglücklicherweise scheint er auch grade eine Wette verloren zu haben, jedenfalls muss er sein Bärenkostüm ablegen und strippen, vor den Tischen der Aussengastronomie. Er macht das ziemlich gut. Keiner beschwert sich, alle gucken hin, das Leben ist schön.

Nummer drei ist persönlicher Natur. Immer, wenn ich mit anderen Diabetikern zusammen bin überkommt mich an einer Stelle ein Gefühl der skurrilen Geborgenheit. Gepaart mit „sich verstanden fühlen“, plus einer kleinen Portion Melancholie. Neben mir packt jemand sein Messgerät aus und ließt eine vernichtende 350 ab. Ich weiß, was das heißt. Am Frühstückstisch wird ganz selbstverständlich der Pen aufgezogen. Die Sache ist: Ich mach das täglich, klar, immer. Und trotzdem rührt es mich an, wenn ich es bei anderen sehe. In mir drin ist dann alles ganz solidarisch, und gleichzeitig fühle ich mich merkwürdig verstanden oder gar „richtig am Platz“.

Das ist ein seltenes, ein bewahrenswertes Gefühl. Und ich freu mich immer wieder, wenn die Blogger mir die Tür zu diesem Gefühl aufstoßen.

In dem Sinne: Schreibt weiter, messt weiter, injiziert weiter! Und ich freu mich auf unser Wiedersehen.

Siehe auch: Über Ernährung, Frühstück mit Abbot, Diabetiker auf den Laufsteg, Soziales Leben am Abend

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1 Kommentar

  1. #DXBerlin – Frühstück mit Abbott > Diabetes Blog > #DXBerlin, Abbott, FGM said,

    […] Julja :Summer in Berlin […]

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